Startschuss für Hochdruck-Wasserstoffschläuche: Continental nimmt neue Anlage in Korbach in Betrieb
- Rund 3 Millionen Euro Investition in neue Produktionslinie für Industrieschläuche zur Betankung, zum Transport und zur Speicherung von Wasserstoff
- Neue Materialkombination steigert technische Performance von Polymeren
- Weitere Investitionen in komplexe Wasserstoff-Prüfverfahren am Standort geplant
Hannover/Korbach, 2. April 2025. Continental hat kürzlich die neue Produktionslinie für Wasserstoffschläuche an ihrem Standort in Korbach in Betrieb genommen. Damit kann die Industriesparte des Unternehmens, ContiTech, zukünftig sichere und effiziente Lösungen entlang der gesamten Hydrogen-Wertschöpfungskette in Serie anbieten. Diese reichen von der Produktion über den Transport von Wasserstoff, der Speicherung und Verteilung bis hin zur Nutzung in Brennstoffzellen und der Betankung von Autos, LKW, Schiffen und Flugzeugen. Die Investitionssumme für die Produktionsanlage beläuft sich auf rund 3 Millionen Euro.
Wasserstoff gilt als zentraler Baustein für eine klimafreundlichere Energiezukunft. Die sichere Speicherung und der Transport von Wasserstoff stellen jedoch erhebliche Herausforderungen dar. Dr. Michael Hofmann, Chief Technology Officer ContiTech, sagt: "Unsere zum Patent angemeldeten Wasserstofftechnologien aus Korbach sind ein hervorragendes Beispiel für unser umfassendes Materialwissen und unsere Pionierarbeit. ContiTech hat die Herausforderung angenommen, den flexibelsten und langlebigsten Wasserstoff-Abgabeschlauch zu entwickeln. Wir sind überzeugt, dass der Übergang zu Wasserstoff auch durch die Verfügbarkeit von zunehmend komfortablen und leistungsstarken Komponenten für die Nutzer vorangetrieben wird – und ContiTech ist das erste und einzige Unternehmen, das diese Technologie derzeit anbietet.“
Neuartige Kombination von Materialien meistert extreme Wasserstoff-Anforderungen
Hochdruck-Betankungsschläuche für Wasserstoff müssen unter anderem extremen Belastungen bis zu 700 bar standhalten – dies übersteigt den Druck in einem Autoreifen um mehr als das 200-fache. Die hohe Druckfestigkeit ermöglicht den Einsatz in Bereichen, die für Wasserstoff-Industrien entscheidend sind. Um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, haben die Materialexpertinnen und -experten von Continental durch die außergewöhnliche Kombination verschiedener Materialien einen neuen Hybridschlauch entwickelt. Dieser basiert auf einer Kombination aus Thermoplasten, die für Wasserstoffdichtheit sorgen, Stahl für Druckbeständigkeit und Gummi für Flexibilität und Haltbarkeit. Diese Kombination macht die Handhabung von Wasserstoff an Abgabestationen effizient und sicher.
Während der Entwicklungsphase wurde zudem bei der Auswahl der Materialien darauf geachtet, möglichst nachhaltige Optionen zu verwenden. Der innere Schlauch ist frei von halogenhaltigen Kunststoffen und die Metallverstärkung vollständig recycelbar. Langfristig arbeitet das Unternehmen daran, noch mehr alternative Materialien und Recylingansätze in seine Produkte zu integrieren.
Tech Center, Produktion und Prüfstände: ContiTech investiert strategisch
Um den besonders strengen und steigenden Prüfanforderungen für Wasserstofftechnolgie gerecht zu werden, plant das Unternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre weiter in umfangreiche Testeinrichtungen am Standort Korbach zu investieren. Dafür sollen bereits bestehende Anlagen aufgerüstet und neue Prüfstände für noch höhere Drücke beschafft werden. „Unser Standort verfügt über umfangreiche Expertise in der Produktion von Industrieschläuchen. Mit der neuen Produktionsanlage und der engen Zusammenarbeit mit unseren Kolleginnen und Kollegen des Continental Tech Centers Hydrogen Technologies in Hamburg sind wir in der Lage, die Herausforderungen bei der Herstellung und Gestaltung von Wasserstoffschläuchen zu meistern und unseren Kunden verschiedene Arten von Wasserstoffschläuchen anzubieten“, so Sebastian Weyand, Leiter des ContiTech Werkes in Korbach. Bereits jetzt gibt es erste Interessenten für die neue Wasserstofflösungen von Continental.
Mit Lösungen wie Wasserstoff-Bunkerschläuchen und Hochdruck-Wasserstoffschläuchen trägt das Contitech maßgeblich zur sicheren und effizienten Nutzung von Wasserstoff als Energieträger bei und fördert aktiv die Energietransformation. Diese Maßnahmen stehen im Einklang mit den Nachhaltigkeitsambitionen von Continental, die 100 Prozent Klimaneutralität, 100 Prozent emissionsfreie Mobilität und Industrien, 100 Prozent zirkuläres Wirtschaften und 100 Prozent verantwortungsvolle Wertschöpfungsketten bis spätestens 2050 erreichen wollen.
Über den Standort Korbach und das Tech Center Hydrogen Technologies in Hamburg
Am Continental Standort Korbach sind mehr als 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in verschiedenen Unternehmensbereichen beschäftigt. Neben Schläuchen für ContiTech produziert das Werk Reifen für PKW (u.a. Hochleistungsreifen), Motorrad und Fahrrad. Bereits 2022 hat das Unternehmen mehr als 4,5 Millionen Euro in eine neue Anlage zur Herstellung von Industrieschläuchen am Standort investiert. Das Tech Center Hydrogen Technologies von Continental in Hamburg dient seit 2023 als kollaborative Plattform für den Wissensaustausch und die Entwicklung von Wasserstofftechnologien. Beide Standorte arbeiten eng zusammen um, technische, regulatorische und infrastrukturelle Herausforderungen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette zu identifizieren und innovative Lösungen gemeinsam zu entwickeln.

Angelika Anna Kohns
Media & PR Manager
ContiTech